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Die Bedeutung der Erklärung zur Anwendbarkeit für ISO 27001

ByDejan Kosutic on April 18, 2011

Die Bedeutung der Erklärung zur Anwendbarkeit (Abk. SoA – Statement of Applicability) wird in der Regel unterschätzt. Wie das Qualitätshandbuch in ISO 9001 ist sie das zentrale Dokument, in dem festgelegt wird, wie Sie einen großen Teil Ihrer Informationssicherheit umsetzen.

Eigentlich ist die Erklärung zur Anwendbarkeit die wichtigste Verknüpfung zwischen der Risikoeinschätzung und -behandlung und Ihrer Informationssicherheit. Sie soll festlegen, welche der vorgeschlagenen 133 Maßnahmen (Sicherheitsmaßnahmen) aus Anhang A der ISO 27001 von Ihnen angewendet werden sowie die Art und Weise, wie Sie die ausgewählten Maßnahmen umsetzen werden.

Warum ist sie erforderlich

Warum ist nun ein solches Dokument notwendig, wenn Sie bereits den Bericht zur Risikoeinschätzung (der auch obligatorisch ist) erstellt haben, in dem die notwendigen Maßnahmen ebenfalls festgelegt werden? Dies sind die Gründe:

  • Erstens erkennen Sie während der Risikobehandlung die notwendigen Maßnahmen, weil sie Risiken erkannt haben, die eingedämmt werden müssen. In der SoA benennen Sie außerdem die Maßnahmen, die aus anderen Gründen erforderlich sind – d. h. aus gesetzlichen Gründen, aufgrund vertraglicher Anforderungen, wegen anderer Prozesse usw.
  • Zweitens könnte der Bericht zur Risikoeinschätzung recht lang werden. Einige Unternehmen könnten ein paar Tausend Risiken erkennen (manchmal sogar mehr), so dass ein solches Dokument für den alltäglichen betrieblichen Einsatz nicht wirklich nützlich ist. Andererseits ist die Erklärung zur Anwendbarkeit eher kurz – sie hat 133 Zeilen (jede Zeile steht für eine Maßnahme). Damit ist es möglich, sie dem Management vorzulegen und dieses Dokument aktuell zu halten.
  • Drittens (und am wichtigsten): Die SoA muss dokumentieren, ob jede anzuwendende Maßnahme bereits umgesetzt wurde oder nicht. Gute Praxis (und die meisten Prüfer werden genau danach suchen) bedeutet auch, die Art der Umsetzung jeder anzuwendenden Maßnahme zu beschreiben – z. B. entweder durch Verweis auf ein Dokument (Richtlinie/ Verfahren/ Arbeitsanweisungen usw.) oder durch eine Kurzbeschreibung des verwendeten Verfahrens oder Geräts.

Wenn Sie sich heute um eine Zertifizierung nach ISO 27001 bemühen, wird der Prüfer Ihre Erklärung zur Anwendbarkeit verwenden und in Ihrem gesamten Unternehmen prüfen, ob Sie Ihre Maßnahmen in der Art umgesetzt haben, wie sie in Ihrer SoA beschrieben wurden. Sie ist das zentrale Dokument für deren Audit vor Ort.

Eine sehr kleine Anzahl von Unternehmen erkennt, dass man mit der Erstellung einer guten Erklärung zur Anwendbarkeit die Anzahl der anderen Dokumente verringern könnte. Wenn Sie zum Beispiel eine bestimmte Maßnahme dokumentieren möchten, aber die Beschreibung des zugehörigen Verfahrens eher kurz wäre, so können Sie diese in der SoA festhalten. Somit würden Sie es vermeiden, ein weiteres Dokument zu verfassen.

Warum ist sie nützlich

Nach meiner Erfahrung verbringen die meisten Unternehmen, die das Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO 27001 umsetzen, viel mehr Zeit als erwartet mit der Erstellung dieses Dokuments. Der Grund dafür ist, dass sie darüber nachdenken müssen, wie sie ihre Maßnahmen umsetzen: Werden sie neue Geräte kaufen? Oder das Verfahren ändern? Oder einen neuen Mitarbeiter einstellen? Dies sind recht wichtige (und manchmal auch teure) Entscheidungen. Daher überrascht es nicht, dass für die erfolgreiche Durchführung ziemlich viel Zeit erforderlich ist. Das Gute an der SoA ist, dass Unternehmen zu einer systematischen Durchführung dieser Aufgabe gezwungen werden.

Aus diesem Grund sollten Sie dieses Dokument nicht als eines dieser „überflüssigen Dokumente“ ansehen, die im wirklichen Leben keinen Nutzen haben. Sehen Sie es als das wichtigste Dokument, in dem Sie festlegen, was Sie mit Ihrer Informationssicherheit erreichen wollen. Wenn sie richtig verfasst wird, ist die SoA ein perfekter Überblick, was, warum und wie etwas im Bereich Informationssicherheit getan werden muss.

Klicken Sie hier, um eine kostenlose Vorlage für die Erklärung zur Anwendbarkeit herunterzuladen.


ISO 27001 Anhang A Maßnahmen

ByDejan Kosutic on March 26, 2011

Anhang A der ISO 27001 ist der wohl am häufigsten genannte Anhang einer Managementnorm. Warum gibt es so viel darüber zu reden? Warum geschieht dies manchmal so kontrovers?

Falls Sie den Anhang A gelesen haben, so haben Sie gesehen, dass dort 133 Sicherheitsmaßnahmen aufgeführt sind. Falls dies so ist, wozu wird der größte Teil der Norm verwendet?

Zweck

Anhang A enthält die folgenden Klauseln (manchmal auch als ISO 27001 Anhang A Bereiche genannt):

  • A.5 Sicherheitsrichtlinien
  • A.6 Organisation der Informationssicherheit
  • A.7 Management von organisationseigenen Werten
  • A.8 Personelle Sicherheit
  • A.9 Physikalische und ökologische Sicherheit
  • A.10 Betriebs- und Kommunikationsmanagement
  • A.11 Zugangskontrolle
  • A.12 Beschaffung, Entwicklung und Wartung von Informationssystemen
  • A.13 Umgang mit Informationssicherheitsvorfällen
  • A.14 Betriebliches Kontinuitätsmanagement
  • A.15 Einhaltung

Wie bereits erwähnt enthält Anhang A 133 Maßnahmen, die – wie man den Namen der Abschnitte entnehmen kann – nicht allein auf IT ausgerichtet sind. Sie decken ebenso physische Sicherheit, Rechtsschutz, Personalmanagement, organisatorische Fragen usw. ab.

Aus diesem Grund sollten Sie Anhang A als eine Art Katalog von einzusetzenden Maßnahmen betrachten, den Sie während ihres Behandlungsprozesses einsetzen. Sobald Sie unzulässige Risiken bei der Risikoeinschätzung erkennen, hilft Anhang A Ihnen dabei, die richtige Maßnahme(n) zu wählen, um diese Risiken zu senken. Und stellen Sie sicher, dass Sie keine wichtige Maßnahme vergessen.

Im Anhang A kommen ISO 27001 und ISO 27002 zusammen – die Maßnahmen in ISO 27002 sind die gleichen wie in Anhang A der ISO 27001. Der Unterschied liegt in den Details – ISO 27001 nennt für jede Maßnahme nur eine kurze Definition, während ISO 27002 detaillierte Leitlinien nennt, wie die Maßnahme umzusetzen ist.

Nachteile

Wenn Sie jetzt denken, dass Anhang A das perfekte Umsetzungswerkzeug für Ihr Informationssicherheitsprojekt ist, so sollten Sie nicht zu optimistisch sein – er umfasst auch einige Dinge, die keinen Sinn machen. So definieren einige Maßnahmen beinahe die gleichen Fragen, was manchmal für Verwirrung sorgt – wie A.9.2.6 (Sichere Entsorgung oder Wiederverwendung von Betriebsmitteln) und A.10.7.2 (Entsorgung von Medien). Auf der anderen Seite werden einige Probleme wie die Beziehungen zu Dritten auf verschiedene Abschnitte des Anhangs A verstreut. Sie finden sie in Abschnitt A.6.2 (Externe Beziehungen), A.8 (Personelle Sicherheit) und A.10.2 (Management der Dienstleistungs-Erbringung von Dritten) sowie in der Maßnahme A.12.5.5 (Ausgelagerte Softwareentwicklung). Deswegen ist es manchmal schwierig, Anhang A als Umsetzungswerkzeug zu verwenden.

Aber dies sind nicht die einzigen Unklarheiten – bei einigen der Maßnahmen erwähnt Anhang A Richtlinien und Verfahren, fordert aber nicht deren Dokumentation. Es erscheint komisch, aber nur dort, wo das Wort „dokumentiert“ erscheint, verlangt die Normen schriftliche Richtlinien/Verfahren. Wenn Sie die gesamte Anlage A analysieren, so wird der Begriff „dokumentiert“ in nur 6 Maßnahmen genannt (A.5.1.1, A.7.1.3, A.8.1.1, A.10.1.1, A.11.1.1, A.15.1.1). Das heißt, dass Sie alle anderen Maßnahmen ohne Dokumentation umsetzen können.

Allerdings sollte man diese Flexibilität der Anlage A nicht missbrauchen. Je größer das Unternehmen ist, desto mehr Dokumente sollten Sie erstellen, um zu gewährleisten, dass sich jeder Ihrer Sicherheitsverfahren bewusst ist (und diese erfüllt). Auf der anderen Seite sollten Sie darauf achten, die Dokumentation nicht zu übertreiben – falls sie übertrieben groß ist, wird sie von niemandem mehr beachtet werden.

Verbindung zum wichtigsten Teil der ISO 27001

Der Hauptteil der Norm, oder genauer gesagt die verbindlichen Abschnitte 4 bis 8 enthalten den Managementteil der Norm – sie schreiben den PDCA-Zyklus (Planen – Durchführen – Überprüfen – Handeln) vor, einschließlich Risikoeinschätzung und -behandlung, Dokumentations- und Aufzeichnungsmanagement, Bereitstellung von Ressourcen, internes Audit, Managementprüfung, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen usw.

Wie bereits erwähnt sind Risikoeinschätzung und Risikobehandlung die wichtigste Verbindung der Abschnitte 4 bis 8 und der Maßnahmen in Anhang A. Sie werden Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob einzelne Maßnahmen aus Anhang A sind das Senken der Risiken notwendig sind oder nicht.

Das bedeutet, dass die Abschnitte 4 bis 8 und Anhang A nur gemeinsam existieren können. Die Risikoeinschätzung macht keinen Sinn, wenn es keine Maßnahmen gibt, um die Risiken zu verringern, und der einzige Weg, um die Anwendbarkeit der Maßnahmen zu bestimmen, ist eine Risikoeinschätzung.

Meiner Meinung nach gehören dieser Schwerpunkt auf Risiken sowie die Flexibilität bei der Anwendung der Sicherheitsmaßnahmen gemäß der eigenen Einschätzung zu den größten Vorteilen der ISO 27001 – Sie müssen nur darauf achten, den vollen Nutzen daraus zu ziehen.

Sie können sich auch unser Webinar ISO 27001 Foundations Part 3: Annex A overview ansehen (kommerzielles Training).


Checkliste für die Umsetzung von ISO 27001

ByDejan Kosutic on March 26, 2011

Wenn Sie beginnen, ISO 27001 umzusetzen, suchen Sie wahrscheinlich nach einem einfachen Weg. Ich muss Sie leider enttäuschen: Es gibt keinen einfachen Weg. Allerdings werde ich versuchen, Ihre Arbeit zu erleichtern – um eine Zertifizierung nach ISO 27001 zu erreichen, müssen Sie die folgenden sechzehn Schritte absolvieren:

1. Unterstützung des Managements einholen

Dieser Punkt erscheint ziemlich offensichtlich – er wird in der Regel jedoch nicht ernst genug genommen. Nach meiner Erfahrung ist dies der Hauptgrund, warum ISO 27001-Projekte scheitern: Das Management stellt nicht genügend Mitarbeiter oder Gelder für das Projekt bereit. (Lesen Sie Vier wichtige Vorteile der ISO 27001-Umsetzung für Ideen, um dem Management den Fall zu präsentieren.)

2. Behandeln Sie es als Projekt

Wie bereits gesagt wurde, ist die Umsetzung von ISO 27001 ein komplexes Thema, das verschiedene Tätigkeiten und viele Personen umfasst und mehrere Monate (oder mehr als ein Jahr) dauert. Wenn Sie nicht eindeutig definieren, was zu tun ist, wer es tun wird und in welchem Zeitrahmen (d. h. die Durchführung eines Projektmanagements), könnten Sie genauso gut die Aufgabe nie zu Ende bringen.

3. Definieren Sie den Anwendungsbereich

Wenn Sie ein größeres Unternehmen sind, ist es wahrscheinlich sinnvoll, ISO 27001 nur in einem Teil Ihres Unternehmens zu implementieren, um damit Ihr Projektrisiko deutlich zu senken. (Probleme bei der Festlegung des Anwendungsbereichs für ISO 27001)

4. Schreiben Sie eine ISMS-Leitlinie

Die ISMS-Leitlinie ist das Dokument höchster Ebene in Ihrer ISMS – es sollte nicht sehr detailliert sein, aber einige grundlegende Fragen zur Informationssicherheit in Ihrem Unternehmen definieren. Aber was ist ihr Zweck, wenn sie nicht detailliert ist? Der Zweck besteht für das Management darin, zu definieren, was es erreichen will und wie es diesen Vorgang steuern wird. (Informationssicherheitsleitlinie – wie detailliert sollte sie sein?)

5. Festlegen der Methodik für die Risikoeinschätzung.

Die Risikoeinschätzung ist die komplizierteste Aufgabe im ISO 27001 Projekt – der entscheidende Punkt ist, die Regeln zur Ermittlung der organisationseigenen Werte, Schwachstellen, Bedrohungen, Auswirkungen und Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen und die zulässige Höhe des Risikos zu definieren. Werden diese Regeln nicht klar definiert, so können Sie sich in einer Situation wiederfinden, in der Sie unbrauchbare Ergebnisse erhalten. (Lesen Sie Tipps zur Risikobewertung für Kleinunternehmen)

6. Durchführen der Risikoeinschätzung und Risikobehandlung

Hier müssen Sie umsetzen, was im vorherigen Schritt definiert wurde – bei großen Unternehmen kann dies mehrere Monate dauern, weshalb Sie einen solchen Aufwand sehr sorgfältig koordinieren sollten. Entscheidend ist, ein umfassendes Bild der Gefahren für die unternehmenseigenen Informationen zu erhalten.

Der Zweck der Risikobehandlung besteht darin, die nicht akzeptablen Risiken zu senken – dies erfolgt üblicherweise dadurch, dass der Einsatz der Maßnahmen aus Anhang A geplant wird.

In diesem Schritt wird Bericht zur Risikoeinschätzung verfasst, der alle Schritte der Risikoeinschätzung und der Risikobehandlung dokumentiert. Ebenso muss eine Genehmigung der Restrisiken eingeholt werden – entweder als separates Dokument oder als Teil der Erklärung zur Anwendbarkeit.

7. Erstellung einer Erklärung zur Anwendbarkeit

Sobald Sie Ihre Risikoeinschätzung abgeschlossen haben, werden Sie genau wissen, welche Maßnahmen aus Anhang A benötigt werden (insgesamt gibt es 133 Maßnahmen, aber sie werden wahrscheinlich nicht alle brauchen). Mit diesem Dokument (häufig „SoA“ genannt) sollen alle Maßnahmen aufgelistet und festgelegt werden, welche Maßnahmen anwendbar sind und welche nicht, die Gründe für diese Entscheidung, die mit den Maßnahmen zu erreichenden Ziele sowie eine Beschreibung, wie die Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Erklärung zur Anwendbarkeit ist auch das am besten geeignete Dokument, um die Genehmigung des Managements für die Durchführung des ISMS einzuholen.

8. Plan zur Risikobehandlung erstellen

Gerade als Sie dachten, Sie hätten alle risikobezogenen Dokumente gelöst, kommt das nächste – der Zweck des Risikobehandlungsplans besteht darin, genau zu definieren, wie die Maßnahmen aus dem SoA umgesetzt werden sollen – wer führt sie durch, wann, mit welchem Budget usw. Dieses Dokument ist eigentlich ein Umsetzungsplan, der sich auf Ihre Maßnahmen konzentriert. Ohne ihn wären Sie nicht in der Lage, weitere Schritte im Projekt durchzuführen.

9. Definieren Sie, wie Sie die Wirksamkeit der Maßnahmen messen werden

Eine weitere Aufgabe, die in der Regel unterschätzt wird. Der wichtige Aspekt dabei ist – wenn Sie nicht messen können, was Sie getan haben, wie können Sie dann sicher sein, dass Sie den Zweck erfüllt haben? Aus diesem Grund müssen Sie festlegen, wie Sie die Erfüllung der von Ihnen gesetzten Ziele sowohl für das gesamte ISMS als auch für jede anwendbare Maßnahme in der Erklärung zur Anwendbarkeit messen wollen.

10. Umsetzung der Maßnahmen und verbindliche Verfahren

Leichter gesagt als getan. Hier müssen Sie die vier obligatorischen Verfahren und die anwendbaren Maßnahmen aus Anhang A umsetzen.

Dies ist meist die riskanteste Aufgabe im Projekt. Sie bedeutet normalerweise die Anwendung neuer Technologien, vor allem aber die Umsetzung neuer Verhaltensweisen in Ihrem Unternehmen. Oft werden neue Strategien und Verfahren benötigt (was bedeutet, dass Änderungen erforderlich sind). Menschen stehen Veränderungen üblicherweise ablehnend gegenüber – darum ist die nächste Aufgabe (Schulung und Sensibilisierung) entscheidend für die Vermeidung dieses Risikos.

11. Durchführung der Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme

Wenn Sie wollen, dass Ihr Personal alle neuen Richtlinien und Verfahren umsetzt, müssen Sie ihnen zunächst erklären, warum sie notwendig sind, und sie müssen Ihre Mitarbeiter schulen, ihre Aufgaben wie erwartet wahrzunehmen. Das Ausbleiben dieser Tätigkeiten ist die zweithäufigste Ursache für das Scheitern von ISO 27001 Projekten.

12. Betreiben des ISMS

Dies ist der Teil, in dem ISO 27001 zur alltäglichen Routine in Ihrem Unternehmen wird. Das entscheidende Wort hier lautet: „Aufzeichnungen“. Prüfer lieben Aufzeichnungen – ohne Aufzeichnungen wird es sehr schwer für Sie, die Durchführung von Aktivitäten wirklich nachzuweisen. Aber Aufzeichnungen sollten Ihnen in erster Linie helfen. Mit ihrer Hilfe können Sie beobachten, was geschieht. Sie werden tatsächlich mit Sicherheit wissen, ob Ihre Mitarbeiter (und Lieferanten) ihren Aufgaben wie gefordert nachkommen.

13. Überwachen des ISMS

Was passiert in Ihrem ISMS? Wie viele Vorfälle welcher Art gab es bei Ihnen? Werden alle Verfahren richtig ausgeführt?

Hier kommen die Ziele für Ihre Maßnahmen und Messmethodik zusammen – Sie müssen prüfen, ob ihre Ergebnisse den von Ihnen gesteckten Zielen entsprechen. Falls nicht, dann wissen Sie, dass etwas falsch läuft – Sie müssen Korrektur- und/oder Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen.

14. Internes Audit

Sehr oft ist Menschen nicht bewusst, dass sie etwas falsch machen (auf der anderen Seite ist es das manchmal schon, aber sie wollen nicht, dass jemand davon erfährt). Aber die Unkenntnis vorhandener oder potenzieller Probleme kann Ihrer Organisation schaden – man muss interne Audits durchführen, um solche Dinge herauszufinden. Der springende Punkt ist nicht, disziplinarische Maßnahmen einzuleiten, sondern Korrektur- und/oder Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen. (Lesen Sie Probleme bei internen Auditoren nach ISO 27001 und BS 25999-2)

15. Managementprüfung

Das Management muss nicht Ihre Firewall konfigurieren, aber es muss wissen, was im ISMS vor sich geht, d. h. ob jeder seine Aufgaben erfüllt, ob das ISMS die gewünschten Ergebnisse erzielt usw. Auf dieser Grundlage muss das Management einige entscheidende Entscheidungen treffen.

16. Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen

Der Zweck des Managementsystems besteht darin, dass alle Fehler (sogenannte „Nichtübereinstimmungen“) behoben oder hoffentlich verhindert werden. Daher ist es nach ISO 27001 erforderlich, dass systematisch Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die Ursache einer Nichtübereinstimmung festgestellt sowie anschließend aufgelöst und verifiziert werden muss.

Hoffentlich konnte dieser Artikel klären, was getan werden muss – obwohl ISO 27001 keine leichte Aufgabe darstellt, ist sie nicht unbedingt kompliziert. Sie müssen nur jeden Schritt sorgfältig planen und keine Angst haben – Sie werden Ihr Zertifikat erhalten.

Hier können Sie das Diagramm der ISO 27001 Umsetzung herunterladen. Es zeigt alle diese Schritte zusammen mit den erforderlichen Unterlagen.


Informationssicherheit oder IT-Sicherheit?

ByDejan Kosutic on March 25, 2011

Man würde denken, dass diese beiden Begriffe Synonyme sind – dreht es sich bei Informationssicherheit schließlich nicht immer um Computer?

Nicht wirklich. Der grundlegende Punkt ist, dass Sie vielleicht perfekte IT-Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet haben, aber nur eine böswillige Handlung beispielsweise durch den Administrator legt das gesamte IT-System lahm. Dieses Risiko hat nichts mit Computern zu tun, sondern mit Menschen, Prozessen, Überwachung usw.

Außerdem könnten wichtige Information möglicherweise nicht einmal in digitaler Form vorliegen, sondern nur ausgedruckt – beispielsweise ein wichtiger Vertrag, der mit dem größten Kunden abgeschlossen wurde, persönliche Notizen des Geschäftsführers oder in einem Safe gelagerte ausgedruckte Administrator-Passwörter.

Deshalb pflege ich meinen Kunden gerne zu sagen – IT-Sicherheit entspricht 50 % der Informationssicherheit, weil Informationssicherheit immer auch physische Sicherheit, Personalmanagement, Rechtsschutz, Organisation, Prozesse usw. bedeutet. Der Zweck der Informationssicherheit besteht darin, ein System aufzubauen, dass sämtliche mögliche Risiken für die Informationssicherheit (IT-bezogen oder nicht IT-bezogen) berücksichtigt und umfassende Maßnahmen umsetzt, um alle Arten unzulässiger Risiken zu reduzieren.

Diese integrierte Herangehensweise für die Sicherheit von Informationen wird in ISO 27001 am besten definiert, der international führenden Norm für Informationssicherheits-Management. Kurzum ist eine Risikoeinschätzung für alle Vermögenswerte des Unternehmens erforderlich – einschließlich Hardware, Software, Dokumentation, Mitarbeiter, Lieferanten, Partner usw. Für eine Verringerung dieser Risiken sind entsprechende Maßnahmen auszuwählen.

ISO 27001 bietet 133 Maßnahmen in ihrem Anhang A. Ich habe diese Maßnahmen kurz analysiert und folgende Ergebnisse erhalten:

  • IT-bezogene Maßnahmen: 46 %
  • Maßnahmen im Zusammenhang mit Organisation / Dokumentation: 30%
  • Physische Sicherheitsmaßnahmen: 9%
  • Rechtsschutz: 6%
  • Maßnahmen im Zusammenhang mit Beziehungen zu Lieferanten und Käufern: 5%
  • Organisationsmaßnahmen im Personalwesen: 4%

Was bedeutet dies alles für die Informationssicherheit und Umsetzung der ISO 27001? Diese Art Projekt sollte nicht als IT-Projekt angesehen werden, denn als solches wäre es unwahrscheinlich, dass alle Teile der Organisation sich daran beteiligen möchten. Es sollte als unternehmensweites Projekt gesehen werden, an dem relevante Mitarbeiter aus allen Geschäftsbereichen teilnehmen sollten – leitendes Management, IT-Mitarbeiter, Rechtsexperten, Personalmanager, Sicherheitspersonal, Geschäftsbereiche des Unternehmens usw. Ohne eine solche Herangehensweise werden sie an der IT-Sicherheit arbeiten, ohne sich damit vor den größten Risiken zu schützen.

Sie können sich auch unser Webinar ISO 27001 Foundations Part 3: Annex A overview ansehen (kommerzielles Training).